Industrie unter Druck – und trotzdem voller Ideen

Shownotes

Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt – gerade für die stark industriell geprägten Unternehmen im Bergischen Land. Doch woran liegt es, dass die Region von den aktuellen Herausforderungen besonders betroffen ist? Und gibt es trotz aller Unsicherheiten Anlass zur Zuversicht? In dieser Folge sprechen Michael Schwunk (Geschäftsführer der Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände e.V.) und Stephan Alexander Vogelskamp (Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSWG)) über die aktuelle Situation der bergischen Wirtschaft, die besondere Widerstandskraft einer Region, die bereits viele Krisen gemeistert hat, und darüber, warum das Bergische Land bis heute zu den innovativsten Industriestandorten Deutschlands zählt. Dabei geht es nicht nur um wirtschaftliche Zahlen und Entwicklungen, sondern auch um persönliche Erfahrungen aus der täglichen Arbeit mit Unternehmen, um konkrete Beispiele aus der Region und um einen Blick nach vorn: Welche Chancen ergeben sich aus Projekten wie TRAIBER oder dem Bergischen Bildungscampus? Welche Rolle spielen Netzwerke, Kooperationen und Formate wie die Bergische Unternehmerlounge? Und was macht das Bergische Land zu einer Region, die Wandel seit Generationen erfolgreich gestaltet?

Eine Folge über Herausforderungen, Zusammenhalt und die Chancen einer Region, die Wandel nicht nur erlebt, sondern aktiv gestaltet.

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00:00:09: VBU to Go, der Podcast für Arbeitgeber.

00:00:15: Fakten einfach erklärt!

00:00:17: Der Podcast der VBU geht spannenden Themen

00:00:19: aus Arbeitsrecht, Personalmanagement

00:00:22: und Arbeitswirtschaft auf den Grund.

00:00:26: Herzlich willkommen zu unserer neuen Folge unseres Podcasts.

00:00:29: heute ist Stefan Alexander Vogelskamp zu Gast.

00:00:34: es Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft also die drei bergischen Städte sowie NRW Automotive Cluster Automotive Land NRW.

00:00:47: Also seit vielen Jahren begleitet er die Unternehmen in unserer Region bei vielen Zukunftsthemen von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz bis hin zur Transformation in der Automobilindustrie, und wir sind ganz froh dass wir heute einen solchen Experten als Gesprächspartner zu Gast haben.

00:01:05: Herzlich willkommen!

00:01:06: Alle erschwungen.

00:01:06: Ich grüße Sie, danke!

00:01:07: Ja die wirtschaftliche Lage.

00:01:09: Die Situation ist wenn man die Zahlen sich anschaut überhaupt nicht gut.

00:01:13: ich habe heute eine Mitteilung bekommen auch von Metall in der Wehe.

00:01:18: das sind den ersten vier Monaten in der Metallindustrie.

00:01:21: Die Produktion nochmals um sieben Komma sechs Prozent zurückgegangen ist.

00:01:27: Fünfundfünfzig Prozent der Unternehmen beurteilen die Lage als schlecht und und siebenvierzig Prozent wollen weiter Personal abbauen.

00:01:36: Wie ist die Lage hier bei uns in der bergischen Region?

00:01:39: Also das spiegelt sich bei uns absolut.

00:01:42: Ich glaube sogar, wenn wir das hier befragen würden, würden wir wahrscheinlich mit fünffünfzig Prozent problematischer Pognose gar nicht auskommen.

00:01:50: es eskaliert bei uns gerade so ein bisschen.

00:01:52: man sieht dass daran, dass wir als regionenberg städte drei krebscheinzeligen wuppertal repräsentieren wir drei prozent der bevölkerung in nocher westfalen.

00:02:01: Aber wenn wir uns den Verlust der gewerblichen Arbeitsplätze im Moment in noch etwas vor allem angucken, haben wir dann eine Quote von fast zehn Prozent.

00:02:07: Also stark überproportional.

00:02:09: Das was gerade an Umwälzungen passiert trifft absolut das industrielle Herz dieser Region und da gehen bei uns natürlich alle roten Landmann.

00:02:17: Ja, wo sind die Probleme?

00:02:19: Ich meine gerade bei uns hier in den Bergischen Regionen viele Unternehmen klagen ja über zahlreiche Herausforderungen.

00:02:26: Über Probleme, die vielfältig sind Das sind die Energiekosten Bürokratie Fachkräftemangel Transformation Digitalisierung.

00:02:35: Wo drückt der Schuhe am meisten?

00:02:37: Also ich glaube das ist natürlich so.

00:02:38: Multikrisen Bewegung Die jetzt alle Regionen natürlich gerade verspüren was bei uns Einfach dazu kommen, wir sind eine stark exportorientierte Region.

00:02:48: Wir sind in den Leitmärkten vor allen Dingen stark unterwegs.

00:02:51: natürlich die Automobilindustrie federführend zu nennen aber auch der Maschinenbau und das ist genau die Bereich jetzt natürlich geopolitisch gerade auch voll attackiert werden durch die Bewegungen Asien.

00:03:02: Wir merken die ganzen Umwälzungen in den Märkten, man muss auch sagen die Automobilindustrie.

00:03:06: Die deutschen Hersteller haben extrem viel Entwicklung verpennt also ganz viel der Krise ist tatsächlich sagt das mal so in Wolfsburg Ingolstadt Sindelfingen Haus gemacht und es trifft eben unsere Industrie vor Ort Weil die in guten Glauben sich auf den Transformationsweg gemacht haben, haben investiert in neue Technologien.

00:03:24: Neue Produktionsverfahren und wurden jetzt sozusagen von der Abnahmeseite durch die Hersteller nicht dafür belohnt.

00:03:31: Und deswegen haben wir hier ganz harte Einschläge zu verzeichnen.

00:03:34: Wir sind die bergischen Unternehmer ja immer optimistisch und sie gehen die Probleme immer an.

00:03:39: Wie ist da so Ihr Eindruck?

00:03:41: Das ist tatsächlich so.

00:03:42: das ist aber auch vielleicht auch im Moment ein bisschen das Problem weil die natürlich ganz viel antizipiert haben, was man über die Medien, über die Politik, über den großen Hersteller kommuniziert hat nach dem Motto Wir sind jetzt mitten in der Transformation.

00:03:58: Wir sind im Antriebswechsel.

00:03:59: Die haben alle investiert in die neuen Antriebmöglichkeiten bei den neuen Pkw beispielsweise.

00:04:05: Die haben neue Produktionslagen investiert und jetzt werden sie dafür nicht belohnt Weil die Nachfrageseite einfach schwach ist, weil die Modellpolitik der Herstelle einfach schwierig ist Und weil jetzt das, was sowieso an Krisenlagen so kumuliert im Land dann bei uns noch mal auf diese besondere Härte trifft und das führt dazu dass wir eben stark betroffen sind.

00:04:25: Wo würden Sie denn unsere Stärken sehen?

00:04:27: in der Bergschnauen?

00:04:28: Trotz aller Schwierigkeiten!

00:04:29: Warum kann man hoffnungsvoll sein, dass wir das gerade hier schaffen

00:04:33: können?

00:04:35: Also ich sage immer Wir können ja zwei Dinge wirklich gut Das Qualität und Präzision.

00:04:39: Die werden auch zukünftig gefragt sein.

00:04:41: Wir sind extrem innovationsstark, also das was wir immer sagen.

00:04:44: Wir sind Erfindler und Tüftlerregion.

00:04:47: Das ist ja nicht nur so hergesagt, wir sind hier immer noch in den Patentanmeldungen eine extrem starke Region nach Westfalen.

00:04:54: Das wird uns am Ende auch retten.

00:04:56: Ich glaube auch dass wir jetzt durch einen ziemlich langen Tunnel gehen aber wir sehen natürlich irgendwo auch Lichtschimmer.

00:05:02: Aber die nächste Phase wird einfach hart!

00:05:04: Wir müssen es alle massiv anstrengen.

00:05:07: Ich kann auch viele Diskussionen, die da draußen laufen mit Work-Life und Balance.

00:05:13: Diese ganzen Themen kann ich momentan nicht mehr nachvollziehen weil ich glaube wir müssen jetzt jeder an seiner Position wo er ist einfach unendlich viel Gas geben.

00:05:21: der wird mir alles gemeinsam nochmal umsteuern können.

00:05:25: Mit Treiber haben wir ein interessantes gemeinschaftliches Projekt als Partner durchgeführt, das ja jetzt auch ab sieben zwanzig hoffentlich in eine neue Phase geht.

00:05:36: Was verbirgt sich denn hinter dem Projekt?

00:05:39: Das ist ja die Initiative der Bundesregierung noch unter dem alten Wirtschaftsminister Habeck, der erkannt hat so nach dem Motiv, dass die Transformation der Automobilindustrie jetzt einfach auch öffentliche Unterstützung braucht und über dieses Konjunkturpaket, die an Fördermaßen finanziert wurden.

00:05:55: Die wirklich umfangreich sind also dafür muss ich auch sagen bin ich Berlin auch wirklich dankbar weil das hilft dem Betrieben vor Ort wirklich.

00:06:02: Und bei Treiber in unserem konkreten Projekt geht es ja darum wirklich zu gucken Bei den Entwicklungsfahrten der verschiedenen Technologien die jetzt so im Raum sind.

00:06:11: Wie nehme ich die Beschäftigten eigentlich mit?

00:06:13: Also wie erkenne ich welche Potenziale der einzelnen Beschäftigte hat wie er seine eigenen Potenziale noch anders ausspielen kann, indem ich ihn auf Qualifikationsfahrt mitnehme und einfach auch für das Gesamtunternehmen nochmal gucke.

00:06:26: Wo bewegen wir uns gemeinschaftlich eigentlich hin?

00:06:28: Sowas in die nächsten unternehmerischen Tätigkeiten vielleicht auch neue unternehmerische Tätigkeit.

00:06:33: Und wie schaffe ich es dass die Beschäftigten eben von der Qualifikation Seite das dann auch erfüllen können was man da anvisiert hat?

00:06:41: Was ist das Neue jetzt ab sieben zwanzig worauf können wir uns da einstellen?

00:06:46: In der dritten Förderperiode von Treibern geht es vor allem darum, barrierefreie Zugriffe zu machen auf Qualifikationsmaßnahmen.

00:07:00: Das Einstiegs-Niveau kann sich auch tief halten und jeden mitnehmen können.

00:07:06: Signale gibt, dass er sich qualifizieren will.

00:07:08: Dass ich ihn mitnehmen kann und dass wir das nochmal sehr stark machen auch mit der Mitbestimmungseite, auch mit den Kolleginnen und Kollegen von der IG Metall die natürlich über ihre Betriebsrataktivitäten auch noch mal sozusagen Ihre Sicht der Dinge wo Veränderungsbedarfe sind auch nochmal einspielen können.

00:07:23: Wobei wir jetzt dann auch neuer Partner sein werden.

00:07:26: Auch was ganz Neues Wir sind es dann ja auch mit dem Bergischen Bildungskampus Der jetzt eben August nach Wuppertal umzieht Aktiv Teilnehmerpart sein, aber auch der Bergische Arbeitgeberverband der Metallindustrie.

00:07:41: Der in dem Bereich Projektmanagement, Aber auch KI und Digitalisierung hier noch Hau einstellen wird um die Firmen zu unterstützen.

00:07:50: Die Bergische Launch ist ja auch ein Teil davon.

00:07:53: Die haben wir gerade eröffnet.

00:07:55: überhaupt welche Rolle spielt Netzwerke?

00:07:57: Und was kann die Bergische launch erreichen?

00:07:59: Ich glaube, was den Bergischen Bildungs-Kampus anbetrifft, will ich noch mal sagen.

00:08:02: Das finde ich jetzt vom Timing her absolut hervorragend weil wir die Chance haben sehr situationsnah zu erproben.

00:08:10: welche Qualifikationen werden eigentlich gebraucht und können sie quasi direkt überspielen auch in den Bergische Bildungskampus und angeboten.

00:08:16: das ist eine perfekte Situation.

00:08:19: Das Thema der Netzwerke ist eigentlich das Entscheidende.

00:08:21: Ich glaube, was uns rettet, ist eben ein gemeinsames Verständnis darüber, was die Zukunftsmärkte sind und welche Innovationen sie brauchen und die dann partnerschaftlich zwischen den Akteuren auf den Weg zu bringen.

00:08:32: Deswegen ist ja jetzt auch die Initiative mit der Unternehmer-Lanche, die der VBU unternommen hat in Soling, finde ich nochmal ein super Signal weil wir da noch mal einen Ort haben des Austausches, des Treffens.

00:08:44: Auch das offene Austausch über die Situation im Bergstädtereig und die Frage, wie wir der Gemeinschaft wieder rauskommen.

00:08:52: Die dann auch Freude macht weil der Ort einfach schön ist.

00:08:55: Es macht Spaß sich dazu begegnen Und bei allem Druck, bei allen Problemen.

00:09:00: Wir müssen auch gucken dass wir alle das Lächeln nicht verlieren und da hilft dieser Ort ganz sicher.

00:09:04: Was braucht es aus Ihrer Sicht damit Aus Begegnungen langfristige Kooperation und Innovation entstehen?

00:09:11: Ich glaube das erste Wichtige ist wirklich Vertrauen.

00:09:14: Man muss wirklich merken, dass man sich belastbar vertrauen kann, dass es auch gemeinschaftlich passiert.

00:09:21: und das zweite ist – da ist Treiber natürlich ein ganz wichtiges Projekt -, dass man gemeinsame Zielbilder überhaupt entwickelt und sich darauf verständigt wo wir beide glauben, wo die Ziele eigentlich sind oder dass alle sich dann mit gemeinschaftlichen Aktivitäten, die abgestimmt sind, gemeinsam in die richtige Richtung bewegt.

00:09:37: Wenn Sie den Unternehmerinnen und Unternehmern im Bergischen Land heute eine Empfehlung mit auf dem Weg geben können.

00:09:43: Worauf sollten sie in den kommenden drei bis fünf Jahren ihren Fokus

00:09:47: legen?

00:09:48: Na, ich glaube der große Markt das sich hier auftut ist ja alles was so im Bereich der Robotik stattfinden wird.

00:09:54: Sowohl auf der Service Robotik, Industrie Robotik oder Humanoide Robotik.

00:09:58: Ich glaube das wird für alle Unternehmen in Bergischen auch nochmal eine Chance weil wir Dinge einfach können wie Aktorik Wir können Oberflächen und Motorik dazu gucken wo es mal eine Chance Mit welchen Unternehmen, die um mich rum agieren kann ich vielleicht auch neue Angebote dafür machen und diesen wichtigen großen Zukunftsmarkt als Region eben auf keinen Fall zu verpassen.

00:10:21: Zum Schluss dann noch ein persönlicher Blick in die Zukunft.

00:10:24: was stimmt sie optimistisch wenn Sie eine wirtschaftliche Entwicklung des Bergischen Landes denken?

00:10:29: Nein, ich sag mal wir sind hier Transformation zu erfahren.

00:10:31: Also wie viele Krisen hat diese Region schon gut überbrückt?

00:10:35: Wir haben ja mal wirklich das ganz große Feld der Textilindustrie im Bergischen Städterei gehabt mit einem unglaublichen Niedergangprozess mit Freistellung von Beschäftigten.

00:10:45: Das haben wir alles verdaut.

00:10:46: also wir sind in der Lage uns zu committen und sagen okay da ist Krise!

00:10:51: Wir machen was gemeinsam aber dann kommen wir auch wieder raus.

00:10:55: Ich glaube, es gibt wenig Regionen die trotz allen Problemen doch noch so hoffnungsfroh sein können.

00:11:00: Weil wir eben eine Unternehmerregion sind.

00:11:02: Wir wissen wie machen geht und das rettet uns am Ende, glaub ich auch, die Zukunft.

00:11:07: Herr Vogelskram ein herrliche Schlusswort!

00:11:09: Ich danke

00:11:11: für die Zeit.

00:11:12: Vielen Dank.

00:11:14: Sie sind neugierig geworden und möchten mehr über die Leistungen der VBU erfahren?

00:11:18: Dann besuchen sie uns einfach auf www.vbu-net.de.

00:11:24: Hier finden Sie alle Informationen zu unseren umfangreichen Angeboten und die richtigen

00:11:29: Ansprechpartner für sie.

00:11:31: Vielen Dank

00:11:31: fürs Zuhören, bis zur nächsten Folge!